UglyDolls (2019)

Familie, Kinder | 88 Minuten
Rating:
7/10
7

Infos

  • Erscheinungsdatum: 03 Okt, 2019
  • Altersfreigabe: FSK 0

FAMILIENKINO.DE-KRITIK

Nicht jedes Kuscheltier wird perfekt produziert. Doch was passiert mit den fehlerhaften, ausgemusterten Modellen? Sie langen in “Uglyville”, einer Stadt, in der niemand traurig ist. Das anders sein wird hier gefeiert. Tag für Tag. Doch eines Tages fängt das pinkfarbende Kuscheltier Moxy sich zu fragen, was hintern den Felsen von Uglyville steckt. Gemeinsam mit ihren Freunden Lucky Bat, Babo, Ugly Dog und Wage macht sie sich auf den Weg und findet das „Institut für Perfektion“. Hier entstehen und leben die perfekten Puppen. Sie werden trainiert und vorbereitet auf die Zeit mit einem Kind. Danach messen sie sich in einem Test um dem passenden Kind zugewiesen zu werden.

Lou ist absolut perfekte Puppe und leitet das Institut ist natürlich gar nicht erfreut von Moxys Plänen und versucht diesen natürlich zu verhindern. Die UglyDolls gehören seiner Meinung nach nicht zu einem Kind, da sie nicht perfekt sind. Ob sich die Kuscheltiere davon abringen werden?

Das erfährt man in dem wirklich niedlich animierten Musical. Und im Gegensatz zu Toy Story, in dem wir mittlerweile schon teils fotorealistische Momente sehen dürfen, ist dieser Film farbengewaltig und einfach nur niedlich. Das liegt wohl auch daran, dass Film technisch sehr einfach gehalten ist. Wir sehe hier keine Weitsicht, keine alltägliche Umgebung, kein Kinderzimmer, keine Straße, keine große Stadt und auch keinen Rummelplatz. Es gibt eigentlich nur vier Orte: Uglyville, das Institut, das Produktionsband der Fabrik und das Rohr, welches beide Welten quasi mit der Fabrik verbindet.

Auf Moxy und ihre Freunde wartet ein Abenteuer. Was ist wohl am Ende des Rohres?

Nobody is perfect. Auch nicht UglyDolls.

UglyDolls ist aus technischer Sicht einfach gehalten und gehört damit sicher nicht zu den eindrucksvollsten Animationsfilmen. Dennoch wirken die Plüschtiere wirklich plüschig. Uglyville hat den Charme des Selbstgebauten, wo alles aus Kartonverpackungen zusammengebastelt ist. Ich erlaube mir den Vergleich mit dem Videospiel “Little Big Planet” und dieser Charme ist nicht mal schlecht. Auch erinnere ich mich an den Film “David made a Maze”, in dem eigentlich alles aus Pappe gebaut wurde. Und diesen Charme mag ich. Es hat so etwas nachhaltiges. Es zeigt deutlich in Kikaninchen-Manier was man aus Pappe bauen kann.

Ebenso vermittelt der Film ganz klar die Botschaft, dass man nicht perfekt sein muss um seinen Weg zu gehen um das zu erreichen, was man sich wirklich vorgenommen hat. Ein Makel ist okay. Das habe ich meinen Kindern danach gesagt. Denn auch sie haben ihre Makel. Und ein Film, welcher zeigt, dass anders sein nichts schlimmes ist, kann nicht schlecht sein.

Lou ist perfekt, aber auch leider nicht besonders nett zu den niedlichen UglyDolls. Genau wie manche Kritiker.

Außenseiter-Animations-Musical zur Spielzeug-Vermarktung? Nein.

In keinem Moment kam mir zudem der Film als eine reine Verkaufsveranstaltung vor, wie böse Zungen in anderen Kritiken behaupten. Es ist richtig, dass es die sogenannten UglyDolls* seit 2001 als eigenständige Puppenmarke gibt. Und natürlich gibt es hier ein großes Sortiment an allmöglichen Dingen, aber das Bedürfnis nun etwas kaufen zu wollen hatten weder meine Kinder, noch ich. Für sie war es ein weiterer, toller Film, in dem sie Spaß hatten und nur darauf kommt es an. Sie wussten nicht einmal bis zur Preview, dass es hierzu Stofftiere gibt. Okay, bis sie es bei der Dame gesehen haben, die uns ins Kino gelassen hat. Aber etwas physisches zu sehen erweckt denke ich viel mehr das Bedürfnis etwas haben zu wollen als der Film an sich.

Neben den tollen Liedern, welche wirklich sehr gelungen sind, kann auch die deutsche Synchronisation in Sprache und Gesang überzeugen. Man hat überwiegend auf Prominente verzichtet. Danke dafür. In der deutschen Synchronisation hören wir Lina Larissa Stahl („Bibi und Tina“-Reihe) als Moxy, Konrad Bösherz als Lou, Jan-David Rönfeldt als UglyDog und Florian Halm leiht Ox seine Stimme.

In UglyDolls sieht alles niedlich aus. Technisch einfach gehalten, aber dennoch nicht schlecht.

Gelungener Musical-Spaß

Was soll ich sagen? Meine Kinder hatten Spaß und selbst mir hat der Film gefallen. Für einen Familienausflug ins Kino macht man bei diesem Film nicht viel falsch. Wenn da eben nicht die aktuell, starken Alternativen in den Kinos wären. Und die machen es einem schwer sich für diesen Film entscheiden.

Denn wie die Puppen selbst ist dieser Film nicht perfekt. Aufgrund allerdings der Botschaft sollte er dadurch nicht weniger Chancen auf einen Besuch als die anderen, perfekten Filme, haben. Und wer es wagt, bereut es nicht. Kinder werden viel Spaß haben. Und manche Eltern sicherlich auch.

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